Selfkant_Wappen_1

Bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts stand hier nur ein sog. Bildstöckl aus altem, mit Kalk gestrichenem Gemäuer, das höchstens drei bis vier Personen Platz bot. Im Innern waren ein Kruzifix und ein Marienbild der einzige Schmuck. Mit dem Bau einer größeren Kapelle, die ca. 30 Leuten Platz bot, wurde 1842 begonnen. Trotz vielfältiger Reparaturen verfiel der zusammengewürfelte Bau immer mehr. Deshalb wurde 1882 die jetzige Kapelle gebaut. Eine Gedenktafel in der Kapelle erinnert an Arnold Rütten, der während der Bauarbeiten vom Gerüst in den Tod stürzte. 1883 war der Bau vollendet. Die Bänke und die Tür wurden aus der alten Kapelle übernommen. Die beiden bunten Fenster stiftete eine Familie Schmitz aus Aachen, die eine Glasmalerei besaßen. Die Höngener Kirchenbehörde schenkte der Kapellengemeinde eine alte Marienstatue, die jahrhundertelang im Turm der Kirche verstaubt gestanden hatte, um sie in einer Nische über dem Portal aufzustellen. Bei einem schweren Gewitter am 11. Juli des Jahres 1883 schlug der Blitz in die Kapelle ein, zerschmetterte die Tür, fuhr durch die Nische hinaus und schleuderte die Marienstatue auf die Straße. Dabei wurde ein überstrichener Hohlraum entdeckt, aus dem eine Menge Reliquien auf die Straße gefallen waren. Die Reliquien waren in Seide verpackt. Bei einigen fand man 17 Nähnadeln und 17 Stecknadeln. Dadurch waren die Reliquien der Heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen bezeichnet, um sie von denen des Heiligen Gereon zu unterscheiden. Auch ein Agnus Dei, kleinere Gebeinstücke und ein altes papierenes Christusbildchen mit dem Namen eines Abtes Harf lagen dabei. Dies deutete auf ein Kloster hin, das in der Gegend von Höngen, Hastenrath und Gangelt gestanden habe, von dem zwei Äbte den Namen Harf trugen. Im 16. Jahrhundert wurde es Opfer der Revolution. Wahrscheinlich stammt die Marienstatue aus diesem Kloster. Die Reliquien wurden 1913 einzeln in Goldblech eingefasst. Auch ein Reliquienschrein entstand. (www.heimatvereinigung-selfkant.de)